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Regionen in Österreich

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Das Bundesland entscheidet nicht nur über die Aussicht. Grundverkehr, Freizeitwohnsitz und Abgaben sind Landesrecht - dieselbe Immobilie kann eine Grenze weiter unter völlig anderen Regeln stehen.

Wer in Deutschland ein Haus kauft, muss sich um das Bundesland wenig kümmern: Die Grunderwerbsteuer unterscheidet sich, der Rest läuft überall gleich. In Österreich ist das anders. Drei der wichtigsten Fragen beim Kauf beantwortet nicht der Bund, sondern das Land - und zwar jedes für sich.

Drei Landesrechte, neunmal verschieden

Der Grundverkehr regelt, wer eine Liegenschaft erwerben darf und welche Erklärungen oder Genehmigungen dafür nötig sind. Die Raumordnung bestimmt, ob eine Immobilie als Freizeitwohnsitz genutzt werden darf. Und die Zweitwohnsitzabgaben setzen die Länder als Rahmen, den die Gemeinden dann per Verordnung ausfüllen.

Für Sie als Käufer aus Deutschland heißt das: Die Frage „Darf ich das?" hat neun mögliche Antworten, und die richtige hängt davon ab, wo die Liegenschaft liegt. Am strengsten sind die westlichen Länder, in denen der Tourismus den Wohnungsmarkt am stärksten unter Druck setzt.

Die neun Länder nebeneinander

BundeslandBeschränkung der FeriennutzungErklärung beim ErwerbStrafrahmenLaufende Abgabe
TirolFreizeitwohnsitz, Verzeichnis je Gemeindein 180 von 277 Gemeindenbis 80.000 €115 bis 2.530 € im Jahr
SalzburgZweitwohnung nur in ausgewiesenen GebietenHauptwohnsitz-Erklärung bei jedem ErwerbRückabwicklung400 bis 2.500 € im Jahr
VorarlbergFerienwohnung nur auf gewidmeter Flächekeinebis 35.000 €8,20 bis 18,50 € je m²
KärntenVermutungsregel, Sonderwidmung für Apartmenthäuserbei Berufung auf Dienstleistungs- oder Kapitalverkehrbis 36.330 €11,80 bis 64,80 € je Monat
SteiermarkBeschränkungszonen in Vorbehaltsgemeindenin 113 Gemeinden, wo eine Zone bestehtbis 35.000 €höchstens 1.000 € je 100 m²
OberösterreichErwerb zu Freizeitzwecken unzulässigErklärungsmodell seit 2002bis 36.000 €keine
Niederösterreichkeinesnur für juristische Personen-keine
Burgenlandkeineskeine-keine
Wienkeineskeine-keine

Die Strafrahmen sind Höchstbeträge, die Abgaben gesetzliche Obergrenzen - was eine Gemeinde tatsächlich verlangt, steht in ihrer Verordnung. Salzburg fällt aus der Reihe, weil dort nicht eine Geldstrafe droht, sondern die Rückabwicklung des Kaufs. Oberösterreich ebenso: Dort ist der Erwerb zu Freizeitwohnsitzzwecken im Vorbehaltsgebiet nicht genehmigungspflichtig, sondern von vornherein unzulässig.

Was Immobilien kosten

BundeslandWohnhäuserEigentumswohnungenBebaubare Grundstücke
Österreich gesamt2.709 Euro4.000 Euro124 Euro
Burgenland1.804 Euro1.921 Euro70 Euro
Kärnten2.464 Euro3.322 Euro85 Euro
Niederösterreich2.515 Euro2.941 Euro113 Euro
Oberösterreich2.762 Euro3.185 Euro132 Euro
Salzburg5.000 Euro4.926 Euro317 Euro
Steiermark2.411 Euro2.696 Euro91 Euro
Tirol4.920 Euro4.727 Euro350 Euro
Vorarlberg5.077 Euro4.962 Euro689 Euro
Wien5.492 Euro4.941 Euro786 Euro

Häuser und Wohnungen als Medianpreis je Quadratmeter Wohnfläche, Grundstücke als geometrisches Mittel je Quadratmeter Grundfläche - beides für 2024. Die Spanne ist beträchtlich: Ein Quadratmeter Baugrund kostet in Vorarlberg fast das Zehnfache des burgenländischen Werts, bei Wohnhäusern liegt Wien beim Dreifachen des Burgenlands.

Ein Median beschreibt allerdings die Mitte eines Landes, nicht seine Ränder. Innerhalb eines Bundeslands liegen zwischen einer Tourismusgemeinde und dem nächsten Tal oft mehr als hundert Prozent - in Niederösterreich etwa zwischen dem Bezirk Tulln mit 193,6 Euro je Quadratmeter Baugrund und dem Bezirk Zwettl mit 26,2 Euro.

Im Bundesschnitt kostet der Quadratmeter Eigentumswohnung mehr als der Quadratmeter Haus. Statistik Austria führt das auf zwei Gründe zurück: Wohnungen liegen häufiger in nachgefragten Stadt- und Ortszentren, und sie werden öfter im Neubau gekauft, während Häuser meist gebraucht den Eigentümer wechseln.

Auf Landesebene kehrt sich das Verhältnis allerdings um, sobald der Bodenpreis dominiert: In Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien sind Häuser je Quadratmeter teurer als Wohnungen - in den übrigen fünf Ländern ist es umgekehrt. Wer aus Deutschland mit der Faustregel „Wohnung teurer als Haus" rechnet, liegt damit ausgerechnet in den Regionen falsch, in denen die meisten Ferienimmobilien gesucht werden.

Die Reihenfolge ist entscheidend. Erst klären, welche Nutzung Sie planen - dauerhaftes Wohnen, Ferienhaus oder Vermietung. Danach die Regionen aussuchen, in denen diese Nutzung überhaupt zulässig ist. Umgekehrt wird es teuer.

Stand und Quellen

Stand Juli 2026. Die Beschränkungen, Erklärungspflichten und Strafrahmen der Tabelle sind auf den jeweiligen Bundeslandseiten im Einzelnen belegt; maßgeblich sind die Grundverkehrs- und Raumordnungsgesetze der Länder sowie die dazu ergangenen Verordnungen. Die Immobilienpreise sind Medianwerte für 2024 aus der Sonderauswertung "Immobilien-Durchschnittspreise" von Statistik Austria, veröffentlicht am 28. Mai 2025; Häuser und Wohnungen je Quadratmeter Wohnfläche, Grundstücke als geometrisches Mittel je Quadratmeter Grundfläche. Statistik Austria revidiert die Vorjahreswerte laufend.

Die neun Bundesländer

VorarlbergTirolSalzburgOberösterreichNiederösterreichWienBurgenlandSteiermarkKärntenVorarlbergTirolSalzburgOberösterreichNiederösterreichWienBurgenlandSteiermarkKärnten